Anwendung und Verwendung von kinesiologischem Tape


Das Tape wirkt, indem es gezielt mit der Haut sowie den darunterliegenden Nerven- und Sensorrezeptoren interagiert.
Durch die sanfte Anhebung der Haut wird das Gewebe entlastet, was eine bessere Durchblutung und Lymphzirkulation ermöglicht.
So unterstützt es den Körper dabei, seine natürlichen Heilungsprozesse schneller und effektiver in Gang zu setzen. 

Schmerzlinderung

Das Tape besitzt eine spezielle Dehnung, die sich optimal an die Elastizität der Haut anpasst. Beim Anlegen wird der betroffene Muskel in eine gedehnte Position gebracht. Kehrt er anschließend in die neutrale Haltung zurück, hebt das Tape die Haut sanft an.

Durch diesen Effekt entsteht eine Entlastung des Gewebes, die die Durchblutung und den Lymphfluss fördern und so zur natürlichen Schmerzlinderung beitragen kann.
Bei korrekter Anlage zeigen sich auf dem Tape charakteristische kleine Wellen („Konvulsionen“), die diesen hautanhebenden Effekt sichtbar machen.

Verbesserung von Lymphfluss & Blutzirkulation

Nach einer Verletzung setzt der Körper eine Entzündungsreaktion in Gang. Dabei wird Flüssigkeit freigesetzt, die Schwellungen und einen erhöhten Druck im betroffenen Gewebe verursacht. Dieser Druck verringert den Raum zwischen Haut und Muskulatur und behindert sowohl die Durchblutung als auch den Lymphabfluss.

Wird das Tape ohne Zug auf die Haut aufgebracht, hebt es diese sanft an. Dadurch wird das Gewebe entlastet und die Zirkulation von Blut und Lymphe verbessert.
Wenn der Hund seine Gliedmaße wieder in die neutrale Position bringt, entsteht durch die Anlage der typische „Wellen-Effekt“ (Konvulsionen), der den Druck reduziert und den Lymphfluss zusätzlich anregt.

Ein weiterer Vorteil: Bei jeder Bewegung des Hundes verschiebt sich das Tape leicht und wirkt so wie eine sanfte Massage. Dies gewährleistet einen besseren Lymphfluss, da die nun flexibleren Filamente zwischen den elastischen Fasern des Bindegewebes und den Endothallzellen der initialen Lymphgefäße es den Klappen der Lymphgefäße erleichtern, sich zu öffnen.

Verbesserung von Muskelfunktion

Das Tape unterstützt die Muskulatur, indem es regulierend auf deren Spannung wirkt. Entscheidend ist dabei die Richtung, in der das Tape angelegt wird. 

  • Zur Aktivierung eines Muskels:
    Das Tape wird mit leichtem Zug (15–25 %) vom Ursprung zum Ansatz aufgeklebt.
  • Zur Entspannung eines Muskels:
    Das Tape wird mit geringerem Zug (10–15 %) vom Ansatz zurück zum Ursprung aufgebracht.

Das Tape wirkt dabei wie ein elastisches Band: Es entwickelt eine sanfte Rückstellkraft in Richtung Ursprung und beeinflusst so gezielt entweder die Muskelkontraktion oder die Muskelentspannung. 

Ausführliche theoretische Hintergründe und Fallbeispiele werden im Seminar besprochen.

Unterstützung der Gelenke

Durch die Anwendung von Tape lässt sich das Zusammenspiel zwischen Gelenken, Muskeln und Bändern gezielt positiv beeinflussen.

Im Gegensatz zur klassischen Bandage, bei der Gelenke fixiert und damit unbeweglich gemacht werden, bietet das kinesiologische Taping eine funktionelle Unterstützung ohne Einschränkung der Bewegungsfreiheit.
Das ist besonders wichtig, denn bei längerer Immobilisation verlieren Gewebe wie Bänder und Sehnen an Elastizität und Belastbarkeit. Zudem können sich Strukturen verändern und Verklebungen entstehen, die die Beweglichkeit weiter einschränken.

Mit dem gezielten Einsatz von Tape können Gelenke stabilisiert und gleichzeitig beweglich gehalten werden. In Kombination mit aktivierendem Muskel-Tape wird die Behandlung noch wirkungsvoller.

Mögliche Anwendungsziele sind:

  • Propriozeptive Stimulation & Schmerzlinderung
  • Sehen & Bänder-Taping
  • Stabilisierung und gezielte Beeinflussung von Gelenkbewegungen
  • Einflussnahme auf die Faszien
  • Korrektur von Raumdefiziten
  • Einschränkung des Bewegungsumfangs

Segementale Regulation

Aus der praktischen Erfahrung zeigt sich, dass das Tape nicht nur auf Muskeln und Gelenke wirkt, sondern auch die Aktivität und Funktion verschiedener Organe beeinflussen kann. Dies geschieht über die segmentalen Zonen sowie das fasziale Netzwerk, das die Organe mit der Haut verbindet.

Durch die Entspannung der faszialen Strukturen kann eine Verbesserung der Organfunktionen und damit der gesamten Körperfunktionen erzielt werden.